Donnerstag, 21. Mai 2015

Apple Watch - ich kann das Gejammere nicht mehr hören


Ehrlich – ich kann das Gejammere um die Apple Watch nicht mehr hören. Zu groß – zu klein – zu umständlich – wenig Apps – zu langsam und so weiter und so weiter.

Erinnert sich noch jemand an 2007? An das iPhone? Zu groß (in der Tat waren Handys damals kleiner)– zu klein (für einen mobilem Computer) – zu umständlich (ohne Tastatur?) – wenig Apps – zu langsam und so weiter und so weiter. Wers nicht glaubt: Hier mal zwei Beispiele:



Die Apple Watch ist doch einfach nur, was der Name sagt (nein, kein Apfel) – eine Uhr. Es sind sogar ganz viele Uhren (Apple sagt ja über 2 Mio wenn man alle Ziffernblattkombinationen berechnet) mit tollen Funktionen. Im Büro nutze ich die „Modular“ Uhr – ich sehe die Zeit, meine Termine, das Datum, die Temperatur. In der Freizeit nutze ich „Farbe“ – eine einfache Uhr passend zum Armband.  Und ich mag mein Ziffernblatt passend zur Hemdfarbe. Wenn ich ins Planetarium gehe nutze ich „Solar“ und so weiter. Eine Uhr für jeden Einsatz. Wenn man also die Apple Watch als das betrachtet, was sie ist, dann ist sie echt cool, oder? Ehrlich – ich freue mich schon auf weitere Designs. Ich liebe Vielfalt.
 


Da kann man sich nur beschweren, dass eine Uhr jahrelang läuft. Die Watch muss jeden Tag an den Strom. Aber was haben alle getönt wegen der Akkulaufzeit – kaum einen Tag sollte sie halten. Alles Blödsinn. Ich nutze das Ding wirklich sehr intensiv, unter 30% hab ich den Akkustand pro Tag noch nicht bekommen. Und zur Not gibt es die Gangreserve. Aber in der Tat hört man wegen der Akkulaufzeit auch keine Beschwerden mehr.

Die Apple Watch ist außerdem ein sehr guter Aktivitätstracker. Ich persönlich finde die 3 Aktivitätsarten (Bewegung, Training, Aufstehen) echt motivierend und außerdem gehen sie über das hinaus, was andere Tracker so liefern (Schritte halt). Und der Pulsmesser ist dann mehr als das Tüpfelchen auf dem I, denn beim Sport gibt er zuverlässige Infos direkt ans Handgelenk. Und da braucht es keine spezielle App. Die mitgelieferte „Workout“ App ist da völlig ausreichend. Auch die Darstellung der Zielleistung in 3 Kreisen ist echt cool gemacht – passend zum Thema Uhr mal Fortschritt im Kreis darstellen. Da erkennt man schnell, wie weit man ist – beim joggen oder einfach nur bei der täglichen Aktivität.

Mit diesen beiden Funktionen allein ist die Apple Watch eigentlich schon ein tolles Ding. Und diese Dinge gehen übrigens auch alle ohne IPhone. Man muss also zum joggen nicht sein Phone mitnehmen und die Zeit ablesen geht auch so.

Und dann gibt es noch ein drittes cooles Feature der Watch – das Messaging. Ein verlängertes IPhone Display am Arm. Da poppen dann allerlei Nachrichten hoch – Mails, Whats App, Nachrichten, Wetter, Google, halt alles, was auch auf dem Phone im messaging center landet. Ich finde das enorm praktisch. Ein Display am Handgelenk ist halt schneller betrachtet als das Phone aus der Tasche zu kramen. Ich habe deutlich seltener das Iphone in der Hand – ja – ich :-).

 Und dann gibt es sogar noch spezielle Watch-Apps. Naja, da möchte ich nix zu sagen, da ist halt viel Unsinn dabei – in der Tat. Da müssen die Entwickler noch üben, wie man Inhalte auf eine Uhr bringt und was überhaupt Sinn macht. Es gibt aber sinnvolle Dinge:

·        Workout – schon beschrieben, beim, joggen oder Fahrrad fahren immer sehen wir weit man ist

·        Einkaufsliste: 2 Hände beim Einkaufen frei haben und trotzdem die Liste abhaken können

·        Passbook: Einchecken mit dem Handgelenk

·        Foto: Zweites Display beim Fotografieren.

 Aber ehrlich – die Apps sind nicht die coolen features der Watch – da vergleich man ein IPhone mit einer Uhr. Es ist einfach eine praktische Uhr mit tollen Funktionen und dazu ein Aktivitätstracker und ein Message Center.

Was selbst ich nicht so doll finde:

·        Die Uhr schaltet sich nur an, wenn man drauf schaut. Das geht eigentlich ganz gut und auch in 98% der Fälle. Aber halt nicht 100%. Wenn ich auf dem Sofa liege und die Hand nur leicht bewegen muss – bleibt die Uhr schwarz, Man muss dann ein verkrampftes Handgelenkmanöver machen, damit die Anzeige kommt. Oder drauf drücken – das erinnert mich an meine erste LED Digitaluhr. Ich habe sie geliebt

·        Sie ist teuer – aber das brauchen wir bei Apple nicht zu diskutieren

·        Zubehör ist noch teurer, und das finde ich schon frech. 59 EUR für ein Plastikarmband?

Trotzdem: Ich liebe meine Apple Watch

 

Donnerstag, 26. April 2012

Buch digital


Auf der Buchmesse sprach Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Buchbranchenverbandes, über die Gefahr durch Piraterie und forderte „spürbare Sanktionen für rechtswidriges Handeln“. Ahhh – was für eine Erkenntnis. Wieso begreifen auch die Buchhändler nicht, was vorher Musik- und Filmindustrie schmerzlich lernen mussten. Das digitale Zeitalter hat andere Mechanismen als die Vergangenheit. Die Möglichkeit der Kopie umgeht man nicht mit Zwängen, Strafen und Schutzmechanismen, denn damit stirbt das Produkt an sich. Erst wenn man die digitalen Vorteile des Mediums zu nutzen weiß, geht es wieder aufwärts. Aber dieses Feld bleibt scheinbar modernen Firmen wie Apple oder Amazon überlassen.



Dabei ist das Buch das Medium, was am leichtesten zu kopieren ist. Schon vor Jahren passten mehrere Bücher auf eine Diskette und die paar Kilobyte Text eines Buches sind schnell kopiert. Allein das fehlende Abspielgerät hat das Buch gerettet. Wer liest schon gerne ein Buch auf einem Computer? Selbst auf Smartphones oder Tablets macht lesen wenig Spaß, denn Bildschirm bleibt halt Bildschirm, schlecht zu lesen, in der Sonne schon mal gar nicht, schlechte Akkuleistung und zu teuer.

Aber nun kommen sie, die e-book reader und werden das Buch verdrängen. So wie der Walkman, der Analogfilm, der VHS -Rekorder ersetzt wurden, so werden Bücher bald ein Nischendasein erleben.

E-Book reader werden immer noch unterschätzt, mit einem speziellen Tablet verwechselt oder gar als unnütz gesehen in der Reihe der vielen Geräte auf dem Markt. Dabei ist das e-book eine Revolution. Es kann nicht viel – ist dem Buch aber halt näher als irgendetwas anderes. Denn eigentlich ist ein e-book eine Druckerei für daheim. Denn statt eine Seite in einer Druckerei drucken zu lassen macht ein e-book das vor den Augen des Lesers. Denn e-ink ist nun mal kein klassischer Bildschirm sondern der Drucktechnik viel näher als einem LCD Panel. Und das hat gewaltige Vorteile: Die Seite sieht genauso aus wie in einem Buch, gestochen scharf – gedruckt halt. Wer es noch nicht gesehen hat sollte das mal nachholen. Da nach dem Seitendruck kein Strom mehr benötigt wird (den braucht es nur zum „umblättern“ bzw „neudrucken“) hält der Akku eine e-books im Vergleich zu anderen Geräten Ewigkeiten. Man kann wochenlang lesen ohne eine Steckdose aufsuchen zu müssen. Und das macht das e-book halt besser als ein Tablet.

Und im Vergleich zum Buch? Ein e-bbok ist kleiner und besser zu transportieren, eigentlich genau das, was ein Buch so ausmacht. Der Größenunterschied ist relativ, im Vergleich zu einem Buch liegt der Größenvorteil schon mal ganz gut,  aber im Vergleich zu 2000 Büchern, die da so draufpassen ist es leicht der Faktor 5000. Nun nimmt niemand 2000 Bücher mit, ok, aber so das Bücherregal immer dabeizuhaben ist schon praktisch. Auch der Buchkauf geht schneller als im Bücherladen. Steht man im Laden noch an der Kasse fängt man beim e-book schon zu lesen an. Und das auch Sonntags oder mitten in der Nacht.

Noch ein Vorteil gefällig? Ein e-book raschelt nicht beim Umblättern. Finde ich das Argument überhaupt ;-)

Aber nicht nur das Buch an sich muss sich fürchten, auch den Verlagen geht es an den Kragen. Denn mit der neuen Vertriebsmöglichkeit über das Internet etablieren sich gerade tausende neue Autoren am Buchmarkt, und das ganz ohne Verlag und Lektor. Die Qualitätssicherung und Auswahl geeigneter Manuskripte  erledigt das social Web gleich mit. Denn Dank Rezensionen, Kommentaren, likes und diesem ganzen social Kram findet man die guten Bücher ganz schnell. Die Besteller-Listen bei Amazon zeigen das schon ganz deutlich. Auf den vorderen Plätzen gibt es fast ausschließlich verlagsfreie Bücher für 99 cent – mit beachtlichen Rezensionen. Freuen können sich die Kunden (tolle Bücher zu endlich mal attraktiven Preisen)  und die Autoren (die bekommen nämlich genausoviel wie bisher).

Gibt es noch gute Argumente für ein Buch (also die Dinger aus Papier)?

Mittwoch, 21. März 2012

Staubsauger-Roboter


Ich höre oft, dass Staubsaugerroboter Spielzeug seien, nicht alltagstauglich und nur etwas für Technik Freaks zum Angeben taugen. Klar, früher war alles besser…

Solche Aussagen gab es im Haushaltsbereich ja schon des Öfteren. In den 50er Jahren wurde die Waschmaschine belächelt, zu groß, zu laut, schädlich für die Wäsche. Wird sich nie durchsetzen, so ganz ohne Waschbrett. Viele hatten sogar Angst vor der sich so schnell drehenden Trommel. Aber mal ehrlich, wäscht heute noch jemand Wäsche mit der Hand?

Auch der Name Staubsauger „Roboter“ ist irgendwie irreführend. Da stellen sich doch manche Leute glatt eine humanoide, zweibeinige Putze vor, die sich mit dem bekannten Staubsauger durch die Wohnung bewegt.  Was natürlich Unsinn ist, alle modernen Saugputzen sehen fast gleich aus, ein plattgeklopfter R2D2, eine Untertasse auf Rädern, was ja auch irgendwie praktisch ist.

Glaubt mir. wer ein solches Gerät hat, wird es nicht mehr hergeben wollen. Ist eine Selbsterfahrung, unser 2 Jahre alter Roomba hat nämlich seinen Geist aufgegeben (netterweise während der Garantie) und ehrlich, ein Ersatz muss dringend her. Wie hält man bloß seine Wohnung ohne ein solches Gerät sauber? Wer die Rezensionen bei Amazon liest oder in Foren stöbert der wird merken, ich bin da nicht der Einzige. Allein der Fakt, dass jeder seinem Gerät einen Namen gibt spricht doch für die innige Bindung, oder wer redet seine Waschmachine schon mit Namen an?  Ja, ein Staubsaugerroboter ist schon etwas Besonderes. Nur ob er männlich oder weiblich ist, scheint noch ungeklärt. Bei uns heißt er RZwo, weil er fast so aussieht und auch so nett piept.

Aber macht er auch sauber? Ja, macht er, und das macht er gründlicher als viele Menschen mit einem handelsüblichen Staubsauger. Also zumindest gründlicher als ich mit meinem Dyson. Der Beweis: Wenn ich staubsauge und RZwo hinterher nochmal saubermacht dann ist der Behälter nicht leer. Er findet den Dreck, wo ich ihn nicht finde. Teilweise logisch, denn er fährt dahin, wo sonst niemand hinkommt (to boldly go, where no one has gone before) und er ist halt ausdauernd. Wenn ich schon keine Lust mehr habe, dann arbeitet er halt brav weiter. Und das Beste: Er kehrt eigentlich mehr als zu saugen und das ist besonders bei Hartfußboden halt super effizient und gründlich. Wo ein Staubsauger den Dreck vor sich her schiebt, frisst der Roomba ihn einfach.

Dabei ist das mit dem Kehren eigentlich ein Kompromiss. Denn der kleine Roboter ist ja auf seinen Akku angewiesen und einen 1000 Watt Staubsaugermotor kann man halt damit nicht betreiben. Der Kleine hat mal grad einen 30 Watt Motor, aber der reicht halt um den ganzen Schmutz aufzusammeln. Der Kleine ist halt hartnäckig, er fährt 2 Stunden lang planlos in der Gegend rum, danach ist aber alles blitzblank. Und danach piept er brav, fährt sich selber zu seiner Ladestation und schläft ein, während er sich auflädt. Bei uns wohnt er unter dem Schrank, man bekommt ihn also nur zu Gesicht, wenn man ihm zum Reinigen aus seiner Garage befiehlt. Dann merkt man am Inhalt des Staubbehälters was er alles geschafft hat und ärgert sich doch ein bisschen, denn saubermachen muss man ihn dann doch noch per Hand. So alle 2-3 Tage, das dauert 5 min, eigentlich ja ok. Um bei meinem Beispiel mit der Waschmaschine zu bleiben – die Wäsche legt sich ja auch nicht alleine in den Schrank.

Aber ehrlich, so ein Robbie hat auch Nachteile. Denn eine Wohnung muss Roboter tauglich sein, sonst wird er sauer. Kein Witz. Kabel zum Beispiel mag er gar nicht. Das ging bei uns soweit, dass er einen Zimmerbrunnen durch Wohnzimmer geschleift hat, der dann umgefallen ist, was für eine Sauerei. Er hat auch schon zwei Gläser auf dem Gewissen, weil er ein Kabel, dass von Tisch baumelte angefressen hat. Nun ist es aber auch schön, wenn man endlich mal einen Grund hat, das ganze Kabelgelumpe zu organisieren. Nun liegen die Kabel schick hinter Schränken oder schick sortiert in einem Kabeltunnel, endlich. Danke RZwo.

Auch gewisse Möbelstücke mag er nicht. Pjöng zum Beispiel hasst er. Die Dinger sing grad so hoch, dass er sich als Türschwelle erkennt und versucht drüberzuklettern.  Nun sind die gemeinerweise aber sehr breit und RZwo bleibt mit seinem Hintern drauf hängen. Dann finde ich ihn abends beleigt dort hängen  - ja, ich habe vergessen den Stuhl wegzustellen, sorry. Und Langhaarteppiche gibt es bei uns auch keine mehr.  Und Socken oder Zeitungen auf dem Boden gehen auch gar nicht. Daran verschluckt er sich. Aber das trainiert zum aufräumen, eigentlich ja auch genial.

Aber sonst ist er brav, fährt schön um Stuhl und Tischbeine drumrum und hinterlässt ein gepflegtes Zuhasue. Das macht er bei uns täglich wenn wir bei der Arbeit sind. Es gibt nichts Schöneres als in ein sauberes Heim zu kommen.  Hört sich spießig an, ist aber echt cool.

Wer übrigens die Grünen wählt oder die Linke, der sollte sich ein anderes Modell suchen. Die Roombas sind zwar klar Marktführer, die Firma IRobot stellt aber auch die beliebten Militärroboter her. Und wer täglich Gewissenbisse hat, wenn die Wohnung mal wieder sauber ist, sollte sich Alternativen aussuchen. Davon gibt es eine Menge. Erfahrungen kann ich natürlich nicht berichten. Da gibt es den Samsung NaviBot, der statt planlos loszusaugen per Kamera navigiert. Ob das ne tolle Idee ist weiß ich nicht, kann ich mir kaum vorstellen. Dann gibt es noch den Kärcher, ein echter Kraftprotz aber auch preislich in einer anderen Liga. Und zu den vielen China Imitaten kann ich nix sagen, ist vielleicht ne billige Alternative zum Ausprobieren.

Möge die Macht mit ihm sein…..