Mittwoch, 21. März 2012

Staubsauger-Roboter


Ich höre oft, dass Staubsaugerroboter Spielzeug seien, nicht alltagstauglich und nur etwas für Technik Freaks zum Angeben taugen. Klar, früher war alles besser…

Solche Aussagen gab es im Haushaltsbereich ja schon des Öfteren. In den 50er Jahren wurde die Waschmaschine belächelt, zu groß, zu laut, schädlich für die Wäsche. Wird sich nie durchsetzen, so ganz ohne Waschbrett. Viele hatten sogar Angst vor der sich so schnell drehenden Trommel. Aber mal ehrlich, wäscht heute noch jemand Wäsche mit der Hand?

Auch der Name Staubsauger „Roboter“ ist irgendwie irreführend. Da stellen sich doch manche Leute glatt eine humanoide, zweibeinige Putze vor, die sich mit dem bekannten Staubsauger durch die Wohnung bewegt.  Was natürlich Unsinn ist, alle modernen Saugputzen sehen fast gleich aus, ein plattgeklopfter R2D2, eine Untertasse auf Rädern, was ja auch irgendwie praktisch ist.

Glaubt mir. wer ein solches Gerät hat, wird es nicht mehr hergeben wollen. Ist eine Selbsterfahrung, unser 2 Jahre alter Roomba hat nämlich seinen Geist aufgegeben (netterweise während der Garantie) und ehrlich, ein Ersatz muss dringend her. Wie hält man bloß seine Wohnung ohne ein solches Gerät sauber? Wer die Rezensionen bei Amazon liest oder in Foren stöbert der wird merken, ich bin da nicht der Einzige. Allein der Fakt, dass jeder seinem Gerät einen Namen gibt spricht doch für die innige Bindung, oder wer redet seine Waschmachine schon mit Namen an?  Ja, ein Staubsaugerroboter ist schon etwas Besonderes. Nur ob er männlich oder weiblich ist, scheint noch ungeklärt. Bei uns heißt er RZwo, weil er fast so aussieht und auch so nett piept.

Aber macht er auch sauber? Ja, macht er, und das macht er gründlicher als viele Menschen mit einem handelsüblichen Staubsauger. Also zumindest gründlicher als ich mit meinem Dyson. Der Beweis: Wenn ich staubsauge und RZwo hinterher nochmal saubermacht dann ist der Behälter nicht leer. Er findet den Dreck, wo ich ihn nicht finde. Teilweise logisch, denn er fährt dahin, wo sonst niemand hinkommt (to boldly go, where no one has gone before) und er ist halt ausdauernd. Wenn ich schon keine Lust mehr habe, dann arbeitet er halt brav weiter. Und das Beste: Er kehrt eigentlich mehr als zu saugen und das ist besonders bei Hartfußboden halt super effizient und gründlich. Wo ein Staubsauger den Dreck vor sich her schiebt, frisst der Roomba ihn einfach.

Dabei ist das mit dem Kehren eigentlich ein Kompromiss. Denn der kleine Roboter ist ja auf seinen Akku angewiesen und einen 1000 Watt Staubsaugermotor kann man halt damit nicht betreiben. Der Kleine hat mal grad einen 30 Watt Motor, aber der reicht halt um den ganzen Schmutz aufzusammeln. Der Kleine ist halt hartnäckig, er fährt 2 Stunden lang planlos in der Gegend rum, danach ist aber alles blitzblank. Und danach piept er brav, fährt sich selber zu seiner Ladestation und schläft ein, während er sich auflädt. Bei uns wohnt er unter dem Schrank, man bekommt ihn also nur zu Gesicht, wenn man ihm zum Reinigen aus seiner Garage befiehlt. Dann merkt man am Inhalt des Staubbehälters was er alles geschafft hat und ärgert sich doch ein bisschen, denn saubermachen muss man ihn dann doch noch per Hand. So alle 2-3 Tage, das dauert 5 min, eigentlich ja ok. Um bei meinem Beispiel mit der Waschmaschine zu bleiben – die Wäsche legt sich ja auch nicht alleine in den Schrank.

Aber ehrlich, so ein Robbie hat auch Nachteile. Denn eine Wohnung muss Roboter tauglich sein, sonst wird er sauer. Kein Witz. Kabel zum Beispiel mag er gar nicht. Das ging bei uns soweit, dass er einen Zimmerbrunnen durch Wohnzimmer geschleift hat, der dann umgefallen ist, was für eine Sauerei. Er hat auch schon zwei Gläser auf dem Gewissen, weil er ein Kabel, dass von Tisch baumelte angefressen hat. Nun ist es aber auch schön, wenn man endlich mal einen Grund hat, das ganze Kabelgelumpe zu organisieren. Nun liegen die Kabel schick hinter Schränken oder schick sortiert in einem Kabeltunnel, endlich. Danke RZwo.

Auch gewisse Möbelstücke mag er nicht. Pjöng zum Beispiel hasst er. Die Dinger sing grad so hoch, dass er sich als Türschwelle erkennt und versucht drüberzuklettern.  Nun sind die gemeinerweise aber sehr breit und RZwo bleibt mit seinem Hintern drauf hängen. Dann finde ich ihn abends beleigt dort hängen  - ja, ich habe vergessen den Stuhl wegzustellen, sorry. Und Langhaarteppiche gibt es bei uns auch keine mehr.  Und Socken oder Zeitungen auf dem Boden gehen auch gar nicht. Daran verschluckt er sich. Aber das trainiert zum aufräumen, eigentlich ja auch genial.

Aber sonst ist er brav, fährt schön um Stuhl und Tischbeine drumrum und hinterlässt ein gepflegtes Zuhasue. Das macht er bei uns täglich wenn wir bei der Arbeit sind. Es gibt nichts Schöneres als in ein sauberes Heim zu kommen.  Hört sich spießig an, ist aber echt cool.

Wer übrigens die Grünen wählt oder die Linke, der sollte sich ein anderes Modell suchen. Die Roombas sind zwar klar Marktführer, die Firma IRobot stellt aber auch die beliebten Militärroboter her. Und wer täglich Gewissenbisse hat, wenn die Wohnung mal wieder sauber ist, sollte sich Alternativen aussuchen. Davon gibt es eine Menge. Erfahrungen kann ich natürlich nicht berichten. Da gibt es den Samsung NaviBot, der statt planlos loszusaugen per Kamera navigiert. Ob das ne tolle Idee ist weiß ich nicht, kann ich mir kaum vorstellen. Dann gibt es noch den Kärcher, ein echter Kraftprotz aber auch preislich in einer anderen Liga. Und zu den vielen China Imitaten kann ich nix sagen, ist vielleicht ne billige Alternative zum Ausprobieren.

Möge die Macht mit ihm sein…..

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